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Kenia - Samburu

Seit 2006 ist der Verein nicht mehr nur in der Küstenregion, sondern auch im Samburugebiet in Zentralkenia tätig. Dort werden Schulen in der direkten Umgebung der Kleinstadt Archers Post unterstützt.
 

Archers Post ist eine kleine Handelsniederlassung, die von Isiolo nach Wamba führt. Das Gebiet besteht überwiegend aus Dornen- und Buschsavanne und eignet sich kaum zum Ackerbau. In der Nähe der Stadt leben die Familien in kleinen Hütten aus Zweigen, Lehm, Kuhdung, und Plastik. Es gibt weder Strom- noch Wasserleitungen und nicht immer ausreichend zu Essen. Um Wasser zu bekommen, gehen die Frauen und Kinder mit großen Kanistern zum nahe gelegenen Fluss. Dieser ist glücklicherweise ganzjährig mit Wasser gefüllt, jedoch auch Lebensraum vieler Krokodile. Immer wieder kommt es daher zu Unfällen. 
Traditionell 
sind die Samburu ein nomadisierendes Hirtenvolk, welches im Norden Kenias lebte. Sie sind eng verwandt mit den bekannten Massai, haben ihre eigene Sprache und einen eigenen Glauben. Seit der Kolonialzeit hat sich das Leben des Hirtenvolkes sehr verändert. Kenia investierte viel in den Tourismus und errichtete große Nationalparks. In vielen von ihnen ist es den Menschen verboten, weiterhin ihre Herden weiden zu lassen und umherzuziehen. Somit verringerten sich die Weidegebiete beträchtlich und auch die Samburu mussten ihre Herden verkleinern. Diese stellten bislang ihre einzige Lebensgrundlage dar und machten sie im Vergleich zu den sesshaften Völkern Kenias zu reichen Leuten. Nur mit ihren Herden können die Samburu sich nun nicht mehr versorgen. Andere Verdienstmöglichkeiten gibt es jedoch für sie nicht viele. Der Tourismus kommt in dieser Gegend kaum noch an, die Weideflächen sind überansprucht und taugen aufgrund des geringen Niederschlages nicht für die Landwirtschaft. In Dürrezeiten sterben viele der verbliebenen Tiere und die Lebensmittel werden knapp und teuer. Die wenigen vorhandenen Arbeitsplätze werden zuerst denjenigen angeboten, die zumindest lesen und schreiben können.

Deshalb hat der Verein beschlossen, die Samburu, und besonders die Menschen aus der Nähe von Archers Post zu unterstützen. Es werden Einkommenssichernde Maßnahmen durchgeführt sowie die Infrastruktur an den Schulen verbessert.

Folgende Schulen in dieser Region wurden bisher vom Verein unterstützt.

 
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Nachami-Nursery-School

Die Nachami Nursery School wurde 2005 gegründet und ist eine Vorschule in der Nähe der Kleinstadt Archers Post im Samburugebiet. „Nachami“ ist ein Samburuwort und bedeutet so viel wie „etwas Liebenswürdiges“. Es ist eine sehr kleine Schule, die von ca. 60 Kindern besucht wird (Stand: 2015).

Obwohl ein geeignetes Gebäude vorhanden ist, fehlt es der „Nachami Womensgroup“, die die Schule für ihre Jüngsten betreibt, an ausreichend Mitteln, um sie finanzieren zu können. Die Lehrerin der Schule wird vom CCF („Christians Childrens Found“) bezahlt. Jedoch wird Geld benötigt, um Nahrungsmittel für die Kleinen kaufen zu können. Dies ist notwendig, denn die Familie können ihre Kinder nicht in die Schule schicken, wenn sie dort kein Essen erhalten. Weil oftmals nicht genug Geld für die Nahrungsmittel vorhanden ist, bleibt das Schulgebäude die meiste Zeit geschlossen und die Kinder müssen den ganzen Tag in der Nähe der Hütten verbringen, statt auf die Primary School vorbereitet zu werden. Von staatlicher Seite ist keine Unterstützung zu erwarten, denn Vorschulen finanzieren sich in Kenia mit Schulgebühren, die durch die Eltern getragen werden müssen. Da dies in der Umgebung der Nachami Nursery School für die meisten Eltern nicht möglich ist, hat sich der Verein das Ziel gesetzt, der Schule zu helfen. 
Während des Workcamps im Frühjahr 2007 wurde die „Nachami Nursery School“ durch erste gezielte Maßnahmen unterstützt. Es wurde der Fußboden betoniert, das Dach repariert, die Wände gestrichen (Schutz vor Termiten), eine Küche im lokalen Stil gebaut, sowie einige Säcke Lebensmittel (Reis, Bohnen, Mais, Kochöl, Salz) gespendet. Außerdem brachten die Workcampteilnehmer einen großen Karton mit Spielsachen, Stiften, Blöcken, etc. aus Deutschland mit, den sie der Schule als Geschenk überreichten. Die Hilfe wurde begeistert angenommen. In Zukunft sollen weitere Projekte folgen. Unter anderem fehlt, wie in der anderen Schulen in diesem Gebiet, eine Wasserversorgung. Auch die Bekämpfung der Nahrungsmittelknappheit ist ein Ziel
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Die Girgir-Primary-School

 

Die Girgir Primary School wurde im Jahr 1963 von katholischen Missionaren gegründet, 1978 an den Staat Kenia übergeben und wird heute von über tausend Schülern besucht (Stand: 2012). Ein großer Teil von ihnen sind Mädchen, was durchaus ungewöhnlich für diese Region ist.

Die Mehrzahl der Schüler kommt aus der Umgebung der Schule und sind Tagesschüler. Das bedeutet, dass sie am Morgen zur Schule kommen, den Tag dort verbringen und am Abend wieder nach Hause gehen. Einige Schüler müssen jedoch viele Kilometer täglich zurücklegen, um die Schule zu erreichen und bis zu drei Stunden laufen. Aus diesem Grund wurde eine Schlafmöglichkeit eingerichtet, so dass einige Schüler auch die Nacht in der Schule verbringen und nur am Wochenende nach Hause laufen. Es gibt zwei Häuser, in denen Schlafräume für Jungen und Mädchen zur Verfügung stehen. Es mangelt jedoch an ausreichend Ausstattung. Es gibt keine Bedingungen, um die Unterbringungsmöglichkeit der Schule zu nutzen. Die Kinder müssen lediglich eine Matratze, eine Decke, sowie ein Moskitonetz selbst mitbringen, dann können Sie in den überfüllte Schlafräumen übernachten. Für viele Familien ist selbst dies schwer erschwinglich. Hinzu kommt, dass viele Kinder Halb- oder Vollwaisen sind. Einige von ihnen müssen sich ein Bett teilen. 


Der Schultag beginnt um 6.30 Uhr am Morgen. Bis um 8.00 Uhr bereiten sich die Kinder selbstständig auf den Unterricht vor, der um 8.20 Uhr beginnt. Eine Schulstunde dauert 70 Minuten. Um 12.45 Uhr gibt es eine Mittagspause und von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr findet erneut Unterricht statt. 
Im Allgemeinen ist auffällig, dass Mädchen sehr zurückhaltend im Unterricht sind. Sie nehmen selten aktiv teil. Dies ist möglicherweise auf die gesellschaftliche Stellung der Frauen und Mädchen in der Samburukultur zurückzuführen.

Einmal täglich bekommen die Kinder etwas zu Essen an der Schule. Es gibt jeden Tag Bohnen und Mais. Auch die Schüler, die die gesamte Woche in der Schule verbringen, bekommen nur diese eine Mahlzeit pro Tag, kein Frühstück, kein Abendessen. Das Essen wird monatlich von der Regierung gesponsert. Manchmal ist es jedoch nicht genug und schon nach wenigen Wochen aufgebraucht. Dann müssen alle Schüler den Rest des Monats nach Hause geschickt werden.

Neben fehlenden Schulbänken und -tischen ist ein bestehendes Problem die geringe Anzahl an Toiletten (sog. „Longdrop“). 
Das Hauptproblem der Schule ist jedoch die Wasserversorgung. Die Schule ist abhängig von einer Wasserversorgung in Archers Post. Diese Wasserstation verkauft Wasser zu teuren Preisen und ist oft unzuverlässig. Die Kinder müssen daher häufig das Wasser vom Fluss holen, wobei es immer wieder zu Unfällen mit Krokodilen kommt. Auf dem Schulgelände gibt es zwei Wassertanks, wovon einer außer Betrieb und der andere undicht ist.

Im März 2007 sponserten wir der Schule 41 Schulbänke, 18 Doppelstockbetten, sowie 35 Matratzen. Des Weiteren wurden einige der Waisenkinder der Schule in das Patenschaftsprogamm des Vereins aufgenommen.

 

 

Uaso-Secondary-School

Die Uaso Secondary School ist eine öffentliche, weiterführende Schule in der Nähe von Archers Post. Sie wird von Jungen und Mädchen besucht. Erst 1997 wurde die Schule von einer muslimischen Organisation gebaut und der Gemeinde und dem Staat übergeben. Anfänglich war die Uaso Secondary School eine reine Tagesschule, doch seit 1999 gibt es die Möglichkeit für die Jungen und seit 2005 auch für die Mädchen, in der Schule zu übernachten. Die Schulgebühren betragen ca. 18.000 Ksh (ca. 200 €), im Vergleich zu anderen weiterführenden Schulen liegt dieser Betrag im unteren Durchschnitt. Leider ist es nur wenigen Eltern möglich, ihre Kinder auf eine Secondary School zu schicken. Das Hauptproblem an der Uaso Secondary School besteht wie ach an anderen Schulen in der Wasserversorgung. Die Schüler müssen regelmäßig Wasser vom Fluss holen. Sie verlieren dabei nicht nur kostbare Zeit, die sie zum Lernen benötigen, sondern sind dort auch jederzeit der Gefahr eines Angriffs durch Krokodile ausgesetzt. Immer wieder kommt es zu schrecklichen Unfällen. Der dringendste Projektvorschlag der Schule ist daher der Bau eines Brunnens.

Lorubae-Primary-School

Die Lorubae Primary School ist eine öffentliche Gundschule in der Nähe von Archers Post. Diese Schule wurde von der katholischen Kirche im Jahr 1991 gegründet. Es ist eine Tagesschule mit derzeit ca. 300 Schülern (Stand: 2015). Eine Mittagsversorgung erfolgt an der Schule, solange der Vorrat an Lebensmitteln ausreicht.
 Das Hauptproblem an der Lorubae Primary School ist – wie an anderen Schulen auch – die Wasserversorgung. Der Verein sponserte 2007 eine Solaranlage für die Schule, durch die zwei Klassenräume beleuchtet werden können. Dies ermöglicht den Schülern eine bessere Vorbereitung auf die Prüfungen. Des Weiteren wurden einige der Waisenkinder, welche die Schule besuchen, ins Patenschaftsprogamm des Vereins aufgenommen. 
Anfänglich war die Uaso-Secondary-School eine reine Tagesschule, doch seit 1999 gibt es die Möglichkeit für die Jungs und seit 2005 für die Mädchen, in der Schule zu übernachten. 
Die Schulgebühren betragen jährlich ca. 18000 KS (ca. 215,-€), im Vergleich zu anderen weiterführenden Schulen liegt dieser Betrag im unteren Durchschnitt. Leider ist es nur wenigen Eltern möglich, ihre Kinder auf eine Secondary School zu schicken. 
Das Hauptproblem an der Uaso Secondary School besteht, genau wie in der Girgir Primary School sowie der Lorubae Primary School, in der Wasserversorgung. Die Schüler müssen regelmäßig Wasser vom Fluss holen. Sie verlieren dabei nicht nur kostbare Zeit, die sie zum Lernen benötigen könnten, sondern sind dort auch jederzeit der Gefahr eines Angriffs durch Krokodile ausgesetzt. Immer wieder kommt es zu schrecklichen Unfällen. Der dringendste Projektvorschlag der Schule ist daher der Bau eines Brunnens.