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„Bau einer Bibliothek an der Sabaki Primary School“
Im Juni 2006 begann der Bau einer Bibliothek in der Sabaki Primary School. Die Projektplanung begann etwa ein Jahr zuvor. Ziel war es, den Kindern, aber auch Lehrern und Eltern, eine Möglichkeit der Bildung außerhalb des Unterrichts zu bieten. Da ein Ausleihmodell nicht in Frage kam, wurde aus der Bibliotheksidee ein Lesesaal. Zu diesem Zweck wurden finanzielle Mittel bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken und der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Bildung beantragt. Nachdem alle Mittel bewilligt waren, wurde ein neues Gebäude gebaut, anschließend Regale, Tische und Bänke als Einrichtung geschreinert und schließlich in Absprache mit der Schule eine große Auswahl kiswahili- und englischsprachiger Literatur gekauft. Es handelt sich um Belletristik für Kinder und Erwachsene, um Aufklärungsliteratur und Nachschlagewerke. Eine Lehrerin übernahm die Aufsicht in der Bibliothek, welche täglich und jeden zweiten Samstag geöffnet ist. Vor Beginn der Bauarbeiten haben Männer des Dorfes einen bereits abgestorbenen Baum gefällt, welcher auf dem geplanten Baugrund stand. Die Dorfgemeinschaft war somit von Anfang an der Umsetzung beteiligt. Anschließend wurden die notwendigen Handwerker eingestellt, die den Bau des Gebäudes vollziehen sollten. Nach der Beseitigung des Baumes wurden erste Baumaterialien gekauft. Die Wände wurden gemauert und verputzt, der Dachstuhl gebaut und mit Wellblechplatten belegt, sowie Fenster und Türen eingesetzt. Letztere sind aus massivem Material, um eine optimale Sicherung des Gebäudes zu gewährleisten. Insgesamt wurde bei der Auswahl der Baustoffe auf ein optimales Verhältnis von Preis und Leistung geachtet. Einerseits sollen Kosten gespart werden, andererseits soll die Bibliothek lange ihren Zweck erfüllen.
Die drei Räume sind abschließbar und mit Regalen ausgestattet. Im Lesesaal befinden sich zusätzlich 40 Stühle und 7 Tische, die ein angenehmes Sitzen und Lesen ermöglichen.
Wie geplant wurden die Eltern, Lehrer und älteren Schüler in diese Arbeiten mit einbezogen. Sie halfen motiviert an der Anfertigung von Regalen und Tischen. Bei allen Arbeiten wurden sie durch professionelle Handwerker angeleitet und unterstützt, um auch qualitativ ausreichend herzustellen.
Anschließend wurde der Lesesaal mit ersten Büchern ausgestattet. Dabei wurden Kinderbücher, Belletristik und Sachbücher, in englischer Sprache und Swahili ausgewählt. Es wurde ein Stempel angefertigt, um die Bücher zu kennzeichnen. Der Lesesaal ist der gesamten Dorfge-meinschaft in der Woche sowie zeitweise am Wochenende von morgens bis abends zugänglich. Die Aufsicht hat eine junge Lehrerin der Schule übernommen. Die Klassen reinigen abwechselnd die Räume und räumen auf.
Der Bau des Gebäudes, sowie dessen Ausstattung, wurde von der Schule und der Dorfgemeinschaft mit allen Kräften unterstützt. Nach dessen Fertigstellung wurde ebenfalls durch die Schule eine große Eröffnungsfeier, zu der Schüler, Eltern, Lehrer, sowie einige offizielle politische Gäste geladen waren, organisiert. Es wurde eine Kuh geschlachtet und zubereitet, Schülergruppen sangen und die Frauengruppe tanzte zum Trommelkonzert der Männer. Es war ein sehr schönes Fest.
Der Lesesaal wurde von der Bevölkerung sehr gut und mit großer Dankbarkeit angenommen. Besonders die Schulkinder kommen in jeder freien Minute, um sich den Büchern zu widmen. Sobald es zur Pause klingelt, laufen die Kinder zur Bibliothek und sichern sich die besten Bücher und Sitzplätze. Da keine Ausleihe erfolgt, sind alle erworbenen Bücher auch jedem jederzeit zugänglich und es wurde meist nur ein Exemplar gekauft. Auch die Lehrer verbringen ihre Freistunden häufig in der Bibliothek und sind sehr interessiert an den Sachbüchern, aber auch der Belletristik. Die Eltern nutzen den Lesesaal bisher eher wenig. Sie sind am zumeist sehr mit Arbeit beschäftigt. Zudem können viele Frauen nicht ausreichend lesen und schreiben. Am Sonnabend nutzen gelegentlich Väter von Schulkindern den Lesesaal. Im Zuge des Bibliotheksbaus verwirklichten wir ein ebenfalls lange vorbereitetes Projekt, den Bau neuer Latrinen. Ein eigenständiges Toilettenhaus mit 6 Latrinen entstand, ein bereits vorhandenes wurde erweitert.